Umgang mit Trauma  

Umgang mit Trauma

    Meine Arbeit mit Traumatisierungen hat sich aus einer praktischen Notwendigkeit ergeben:

    In den Lebensläufen vieler meiner PatientInnen im Klinik-Alltag zeigten sich immer wieder entweder eigene Traumatisierungen (oft als „normal“ erlebt mit Blick auf das damals „Übliche“) oder Traumatisierungen der nächsten Bezugspersonen meiner PatientInnen. In beiden Fällen war ich gezwungen, mich mehr und mehr in den Umgang mit Trauma-typischen Symptomen und die dadurch ausgelösten Auffälligkeiten in den Beziehungsgestaltungen einzuarbeiten.

    Während oft schon eine ausführliche Information über Wirkmechanismen bei Trauma eine deutliche Erleichterung brachte, zeigten sich andere Teile der Symtomatik oft als nur langsam veränderbar.

    Insbesondere die Themen „Scham“, „Schuld“ und der Verlust der psychischen und physischen Integrität erwiesen sich immer wieder als sehr behandlungsresistent und als einer kognitiven Bearbeitung wenig zugänglich.

    Dazu Peter Levine, Autor von „Trauma-Heilung“ und „Sprache ohne Worte“:
    „Dies ist insofern kaum überraschend, als eine Gemeinsamkeit aller Traumata die Entfremdung vom Körper und die Unterbrechung der Verbindung zu ihm ist, eingehend mit einer Verringerung der Fähigkeit, im Hier und Jetzt präsent zu sein.“ (aus „Trauma-Yoga: Heilung durch sorgsame Körperarbeit“)

    Wirkliche Präsenz erfordert eine Verbindung zur eigenen Integrität, die in einem unbehandelten Zustand aber gar nicht möglich ist.

    Meine Suche und mein Experimentieren lies mich immer mehr zu körper-orientierten Methoden greifen, um für die Betroffenen eine spürbare Veränderung erreichen zu können. Außerdem habe ich mit großem Interesse den Verlauf der Forschungen beobachtet, die inzwischen recht gut belegen, dass auch das Fehlen einer angemessenen emotionalen Versorgung in der frühen Kindheit und andere scheinbar doch nicht SO dramatische Ereignisse Trauma-Reaktionen auslösen können.

    Wichtige Eckpfeiler meiner Arbeit sind demnach

    • Psychoedukation zum Thema Trauma
    • Erarbeitung neuer Bewertungen (v.a. bzgl des Selbstwertes und der eigenen Möglichkeiten und Grenzen)
    • Erarbeitung von Zugang zu Stabilität und Sicherheit als Grundgefühl im Leben
    • Arbeit an einem psychischen und physischen Zugang zur eigenen Kraft und Lebendigkeit

    Ich verwende in meiner Arbeit alle Methoden, die funktionieren, in einer individuellen Mischung.